Autor Thema: Das Wissen über die Mathematik des Match-Play bringt 2 PR-Punkte  (Gelesen 68 mal)

sita

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Ich habe in den letzten Monaten versucht zwei Gruppen von interessierten Backgammon-Spielern die Grundlagen der Mathematik von Backgammon, insbesondere vom Match-Play näherzubringen. Die Teilnehmer hatten keinen mathematischen Hintergrund. Die Vorbereitung hatte schon gezeigt, dass das Thema viel, viel schwieriger ist, als ich zunächst dachte. In der Durchführung hat sich das dann leider bestätigt.

Nun muss man die Mathematik nicht im Detail verstehen, um Besonderheiten beim Spiel mit bestimmten Scores beachten zu können. Trotzdem habe ich mich gefragt, ab welcher Spielstärke es sich überhaupt lohnt sich damit zu befassen. Um das besser abschätzen zu können wollte ich wissen, wie viele PR-Punkte dieses Wissen bringt.

Dazu habe ich XG Money-Game Sessions gegen sich selbst spielen lassen und diese dann als 9-Punkte-Matches reimportiert. Sie wurden dann mit den gleichen Settings analysiert wie XG vorher gespielt hatte. Sobald der Cube tot war habe ich XG im DMP-Modus weiterspielen lassen. Die trivialen Cubes (Automatic-Redouble, Post-Crawford und -2/-2) habe ich für XG richtig gezogen.

Die These war, dass die PR, welche XG für die Spiele ermittelt, eine Obergrenze der PR-Differenz ist, welche man mit Wissen über Match-Play erzielen kann. Teilweise hat es schon haarsträubende Fehler gemacht. In einem Spiel mit GS-Score bspw. hat es, als das Spiel verloren war, nicht mehr so gezogen, dass das Gammon minimiert wird, sondern stattdessen teilweise im eigenen Homeboard. Auch einige Cubes waren natürlich arg daneben. Von daher glaube ich schon, dass ich damit eine Obergrenze ermittelt habe. Da aber viele Fehler auch recht subtil waren, denke ich nicht, dass das Ergebnis all zu weit von der Wahrheit weg ist.

Insgesamt habe ich 5 solcher Matches zusammengebastelt und die Ergebnisse in zwei XG-Profile gepackt, für den oberen und den unteren Spieler. Die durchschnittlichen PRs dieser Spieler betragen 2,10 und 2,35. Die niedrigste PR ist 0,51 und die höchste 6,69. Der Median beträgt 1,82.

Fazit: Ein Grundverständnis über die Besonderheiten im Match-Play zu haben bringt eine ganze Menge. Jedenfalls mehr, als ich dachte. Ich hätte die Differenz auf unter 1 geschätzt. Ich denke, ab einer PR von 8-12 lohnt es sich auch für Menschen ohne mathematische Vorbildung, sich mit dieser Thematik zu befassen.
The Law, in its majestic equality, forbids the rich, as well as the poor, to sleep under the bridges, to beg in the streets, and to steal bread. -- Anatole France

PeHa

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Re: Das Wissen über die Mathematik des Match-Play bringt 2 PR-Punkte
« Antwort #1 am: 07. Juni 2019, 13:50:03 »
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