Autor Thema: Gewinnquote in Turnieren  (Gelesen 4739 mal)

Maik

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #25 am: 27. Januar 2015, 20:50:10 »
Bei mir klappt's auch. Danke schön!

sita

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #26 am: 27. Januar 2015, 21:48:15 »
Ich hab jetzt auch nochmal eine Weile damit rumgespielt und bemerkt, dass die ELO-Diff ungünstig definiert ist. Wenn man die Anzahl der Runden (und damit der Teilnehmer) ändert, so ändert sich die Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Spieler dramatisch. Ich fand das blöd und habs geändert: ELO-Diff ist nun die Differenz zwischen dem ersten und dem letzten Spieler, egal wie viele Teilnehmer das Turnier hat. Die anderen werden gleichmäßig dazwischen verteilt. So kann man besser die Auswirkungen der Teilnehmeranzahl erforschen, ohne die Population selbst zu ändern.

Ich hab wieder das Orginialposting editiert, kann dort runtergeladen werden.

Ich fürchte, das Ergebnis ändert recht ernsthaft meine Sicht auf Backgammonturniere. Ein Turnier für 40 EUR werde ich sicherlich auch weiterhin mitspielen, selbst wenn ich ein kleiner Underdog bin. Auch wenn ich 25% verliere sind das halt grad mal 10 EUR. Das könnte der Spaß wert sein. Aber die teureren Turniere...
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Martin

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #27 am: 27. Januar 2015, 22:11:50 »
Was willst Du denn ändern? Du bist bekannt dafür, dass Du Intermediate spielst, obwohl Du besser bist als viele bei den Champions.

sita

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #28 am: 28. Januar 2015, 08:19:01 »
Was willst Du denn ändern? Du bist bekannt dafür, dass Du Intermediate spielst, obwohl Du besser bist als viele bei den Champions.

Nun, aktuell sind bei den Champions etwa 60% der Spieler besser als ich. Bei 50% wollte ich wechseln. Weil die reale Verteilung der Spielstärken am unteren Ende deutlich "ausfranst" hätte ich vermutet, dann fast break even zu sein. Nach diesen Ergebnissen sieht das aber eher so aus, als würde ich immer noch vielleicht 15% des Einsatzes abschreiben müssen. Bei 360 EUR Startgeld sind das über 50 EUR. Hinzu kommt die höhere Registrationsgebühr. Da müsste ich wohl eher warten, bis ich bei 40% angekommen bin. Aber ob ich dazwischen noch Intermediate spielen darf?
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Martin

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #29 am: 28. Januar 2015, 08:52:49 »
Okay, das macht Sinn, wenn man nur ans Geld denkt.

Bei mir war es damals so, dass ich als Intermediate keine Lust mehr hatte, gegen Leute zu verlieren, die deutlich schwächer spielten als ich. Außerdem wollte ich mich mit den großen Stars messen. Deshalb bin ich zu den Champions gewechselt, obwohl es finanziell mit Sicherheit besser gewesen wäre, Intermediate zu bleiben.

sita

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #30 am: 28. Januar 2015, 09:06:15 »
Okay, das macht Sinn, wenn man nur ans Geld denkt.

Würde ich nur ans Geld denken, müsste ich warten, bis ich vielleicht bei den oberen 20-25% angekommen bin. Darunter habe ich sicherlich bei den Intermediates den höheren Erwartungswert. Ich spiele durchaus auch lieber gegen stärkere Spieler. Ich möchte aber auch nicht zu viel von meinem Startgeld abschreiben müssen.
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Dexter

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #31 am: 28. Januar 2015, 09:30:30 »
Generell ahnt man ja auch ohne große Rechnerei, dass man, wenn man ein Bg- Turnier spielt, an dem gute Leute teilnehmen, sein Startgeld inklusive Registration schonmal abschreiben muss. Wer das Geld mal so grade aufbringen könnte, d.h., den ein Verlust schmerzen würde, sollte schonmal gar nicht antreten. Von daher
ist es imo absolut legitim, als sehr starker Soieler in der nicht-höchsten Klasse anzutreten, alleine wegen des Startgeldes.
Ist es denn dann nicht irgendwie schade, dass beispielsweise in der Championsdivision der DM nicht unbedingt die besten mitspielen, sondern eher diejenigen, die über die ausreichenden Finanzen verfügen? Ich weiß, dass diese Buy-in -Staffelung fast überall international angewendet wird, aber doof finde ich es, dass dadurch finanziell eher benachteiligte wie Geringverdiener, Hartzer oder Studenten benachteiligt werden, falls sie leistungsmäßig mitspielen sollten.
Sitas Turniermodell finde ich aus diesen Gründen sehr fair.

Maik

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #32 am: 28. Januar 2015, 09:52:39 »
doof finde ich es, dass dadurch finanziell eher benachteiligte wie Geringverdiener, Hartzer oder Studenten benachteiligt werden, falls sie leistungsmäßig mitspielen sollten.

Ein guter Spieler hat oft die Möglichkeit, Anteile zu verkaufen - das mindert das Problem etwas.

Von daher ist es imo absolut legitim, als sehr starker Soieler in der nicht-höchsten Klasse anzutreten,

Dem würde ich grundsätzlich zustimmen. Andere regen sich da fürchterlich drüber auf. Ich finde aber, dass zumindest, wenn ich als stärkerer Spieler in die Topklasse gezwungen werde und dann auf einmal wesentlich weniger Equity habe als ein etwas schwächerer Spieler, der gerade noch unterklassig spielen darf, etwas ziemlich falsch läuft.

sita

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #33 am: 28. Januar 2015, 10:14:41 »
Ein guter Spieler hat oft die Möglichkeit, Anteile zu verkaufen - das mindert das Problem etwas.

Das ist richtig. Wobei man diese Möglichkeit auch nur dann hat, wenn man deutlich gewinnt, also zu den Top 20% gehört. Einer aus den Top 40% wird wohl nichts verkaufen können. Auch wird man eine andere Übernachtungsmöglichkeit finden müssen, was ungünstig sein kann, wenn eine Partie erst um 3 Uhr morgens endet. Vor allem, wenn man kein Auto hat. Für Menschen mit geringem Verdienst ist Backgammon aktuell das falsche Hobby.

Zitat
Ich finde aber, dass zumindest, wenn ich als stärkerer Spieler in die Topklasse gezwungen werde und dann auf einmal wesentlich weniger Equity habe als ein etwas schwächerer Spieler, der gerade noch unterklassig spielen darf, etwas ziemlich falsch läuft.

Mh, interessante Sichtweise, hab ich so noch nie betrachtet. Das hieße, man dürfe nur die Spieler in die höhere Klasse zwingen, die in der höheren Klasse mindestens den Erwartungswert der niedrigeren haben. Und die würden wahrscheinlich auch freiwillig wechseln...
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Martin

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #34 am: 28. Januar 2015, 18:22:05 »
Ist es denn dann nicht irgendwie schade, dass beispielsweise in der Championsdivision der DM nicht unbedingt die besten mitspielen, sondern eher diejenigen, die über die ausreichenden Finanzen verfügen?

Jetzt übertreibst Du aber!

Dexter

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #35 am: 28. Januar 2015, 19:07:35 »
Ok, unpräzise und schlecht formuliert.
Neuer Versuch:
Ist es dann nicht irgendwie schade, dass beispielsweise in der Championsdivision der DM nicht zwingend die besten spielen,  sondern in erster Linie diejenigen, die über ausreichende Finanzen verfügen?

sita

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #36 am: 28. Januar 2015, 22:11:27 »
Ist es denn dann nicht irgendwie schade, dass beispielsweise in der Championsdivision der DM nicht unbedingt die besten mitspielen, sondern eher diejenigen, die über die ausreichenden Finanzen verfügen?

Jetzt übertreibst Du aber!

Ich finde das nicht wirklich übertrieben. Natürlich tritt niemand mit einem Schnitt unter 5 bei den Intermediates an. Aber  ich kann mir durchaus Spieler vorstellen, die gar nicht zur DM anreisen, weil sie die Startgebühren und/oder Hotelübernachtung nicht bezahlen können.

Ich will das gar nicht kritisieren, es scheint einfach zu dem Spiel zu gehören. Ich habe mich jedenfalls über die Jahre daran gewöhnt. Am Anfang fand ich das auch extrem irritierend. Schade finde ich, dass es neben diesen Events wenig Alternativen gibt. EBIF ändert das ja gerade zumindest im Netz, das finde ich sehr schön. BMAB ändert das ein bisschen für Live Turniere, aber so ganz konnten sie sich von dem Startgeldgedanken (noch) nicht verabschieden. Vielleicht bewegt sich etwas?
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Martin

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #37 am: 28. Januar 2015, 22:34:45 »
Ich finde das nicht wirklich übertrieben. Natürlich tritt niemand mit einem Schnitt unter 5 bei den Intermediates an. Aber  ich kann mir durchaus Spieler vorstellen, die gar nicht zur DM anreisen, weil sie die Startgebühren und/oder Hotelübernachtung nicht bezahlen können.

Wir sind uns einig, dass die besten von denen, die da sind, bei den Champions antreten. Unter denen, die nicht da sind, mag es sicher gute Spieler geben, die bei niedrigerem Startgeld mitspielen würden. Aber das kann man auch umdrehen: Es gibt mit Sicherheit auch gute Spieler, die zur DM kommen würden, wenn das Startgeld/Preisgeld wesentlich höher wäre.

EBIF ändert das ja gerade zumindest im Netz, das finde ich sehr schön.

Stimmt. Die wirklich besten spielen bei der Deutschen Internet-Meisterschaft mit, die sich jeder leisten kann. Und wer die gewinnt, ist der wahre Meister! :()

sita

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #38 am: 29. Januar 2015, 09:06:58 »
Wir sind uns einig, dass die besten von denen, die da sind, bei den Champions antreten. Unter denen, die nicht da sind, mag es sicher gute Spieler geben, die bei niedrigerem Startgeld mitspielen würden. Aber das kann man auch umdrehen: Es gibt mit Sicherheit auch gute Spieler, die zur DM kommen würden, wenn das Startgeld/Preisgeld wesentlich höher wäre.

Auch das ist richtig. Die könnten aber, wenn sie wollten. Für außenstehende ist es schwierig zu verstehen, dass man im Backgammon den überwiegenden Teil der Bevölkerung von der Möglichkeit an der Teilnahme der deutschen Meisterschaft durch nichtsportliche Kriterien ausschließt. Ich kann da Dexter gut nachempfinden, mir ging das am Anfang genau so. Mittlerweile habe ich das ein bisschen besser verstanden, glaube ich.

Weshalb kommen denn viele der Starken beim aktuellen Startgeld nicht? Offensichtlich ist der Titel selbst nicht sonderlich prestigeträchtig. Sonst würden sie ihn unbedingt haben wollen, unabhängig vom Einsatz. Ich denke, ein wichtiger Grund ist, dass der Titel durch die Würfel nicht so viel hermacht. In (Denk-)Sportarten ohne Zufallskomponente gehört man tatsächlich zu den allerbesten, wenn man eine Meisterschaft gewinnt. Im Backgammon sagt ein Turnier erstmal wenig aus. Das nimmt dem Titel sicherlich viel von seinem Glanz.

Zitat
Stimmt. Die wirklich besten spielen bei der Deutschen Internet-Meisterschaft mit, die sich jeder leisten kann.

Du hast ja recht, dass man damit sehr viele der Starken nicht hinter dem Ofen hervor lockt. Wie schon in meinem letzten Posting und oben gesagt, ich verstehe das mittlerweile durchaus. Ich freue mich eben, dass es neben den teuren Turnieren mittlerweile andere Angebote gibt. Beides hat in meinen Augen seine Berechtigung. Und immerhin werden die billigen Angebote angenommen, wenn auch nur von einem Teil der Spieler.
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Martin

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #39 am: 29. Januar 2015, 19:27:44 »
Ich freue mich eben, dass es neben den teuren Turnieren mittlerweile andere Angebote gibt. Beides hat in meinen Augen seine Berechtigung.

 :TU :TU

ralfsu

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Re: Gewinnquote in Turnieren
« Antwort #40 am: 30. Januar 2015, 09:19:02 »
so toll und bereichernd die online Angebote sind, gibt es online natürlich viel mehr Möglichkeiten zu manipulieren. Wenn ich sehe, wie schnell manche Spieler bei XG eingeben können, aber man weiß auch nie, ob man wirklich nur gegen einen Spieler spielt. Ich bin mir aber sicher, dass es bei den moderaten Startgeldern, nicht so oft vorkommt. Deshalb schätze ich live Turniere immer noch wesentlich höher ein.

Gruß

Ralf