Autor Thema: XG++ im Visier  (Gelesen 1803 mal)

Dexter

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XG++ im Visier
« am: 31. August 2013, 22:58:04 »
Hallihallohallöle,

habe da mal eine Frage zu XG, vielleicht dämlich, vielleicht aber auch nicht. Mal schaun, was ihr meint.
Ich habe hier zweimal die gleiche Position- einmal als 4away Postcrawford...

is Player 2

  score: 6
  pip: 162
7 point match
pip: 151
  score: 3

  is Player 1
XGID=-a--aCC-CA--eC---c-cb-A-A-:1:-1:1:32:3:6:0:7:10
to play 32

1.XG Roller++6/4* 4/1* eq: +0,495
Player:
Opponent:
52,08% (G:21,60% B:0,45%)
47,92% (G:12,72% B:0,69%)
2.XG Roller++9/4* eq: +0,404 (-0,090)
Player:
Opponent:
51,70% (G:17,65% B:0,82%)
48,30% (G:12,78% B:0,65%)
3.XG Roller++13/10 6/4* eq: +0,369 (-0,126)
Player:
Opponent:
50,49% (G:17,11% B:0,81%)
49,51% (G:15,21% B:1,12%)
4.3-ply24/21 6/4* eq: +0,377 (-0,118)
Player:
Opponent:
51,20% (G:16,81% B:0,93%)
48,80% (G:14,06% B:0,76%)
5.3-ply24/22 9/6eq: +0,348 (-0,147)
Player:
Opponent:
51,96% (G:14,72% B:0,44%)
48,04% (G:9,83% B:0,29%)

eXtreme Gammon Version: 2.10, MET: Kazaross XG2

...und einmal als moneygame, cubeposition ist die selbe:

is Player 2

  score: 0
  pip: 162
Unlimited Game
Jacoby Beaver
pip: 151
  score: 0

  is Player 1
XGID=-a--aCC-CA--eC---c-cb-A-A-:1:-1:1:32:0:0:3:0:10
to play 32

1.XG Roller++6/4* 4/1* eq: -0,042
Player:
Opponent:
52,20% (G:21,36% B:0,50%)
47,80% (G:12,55% B:0,65%)
2.XG Roller++24/22 9/6eq: -0,087 (-0,045)
Player:
Opponent:
51,82% (G:14,76% B:0,44%)
48,18% (G:9,81% B:0,33%)
3.XG Roller++9/4* eq: -0,089 (-0,048)
Player:
Opponent:
51,60% (G:17,72% B:0,96%)
48,40% (G:12,42% B:0,60%)
4.3-ply24/21 6/4* eq: -0,118 (-0,076)
Player:
Opponent:
51,32% (G:16,54% B:0,93%)
48,68% (G:13,80% B:0,72%)
5.3-ply9/6 8/6eq: -0,162 (-0,120)
Player:
Opponent:
49,36% (G:14,82% B:0,55%)
50,64% (G:11,98% B:0,44%)

eXtreme Gammon Version: 2.10

Beide Male ist der Doppelhit richtig laut XG++, meine Frage ist aber eine andere:
Beide Situationen sind ja eigentlich grundverschieden. In der ersten, also Matchplay, benötigt Schwarz nur noch einen Punkt und Gammongewinne können ihm egal sein. Gammonverluste schmerzen ihn unheimlich und er sollte deswegen gammonsave spielen. Im Moneygame (2. Position) allerdings sind die Gammons durchaus wichtig für ihn, und abhängig vom  weiterem Verlauf muss er diese möglichen Gammongewinne immer in seine Berechnungen mit einbeziehen. Die Gammonverluste sind natürlich gar nicht so gravierend wie in der Matchposition bzw. ca. halb so gravierend.
Weiss hat in der Matchposition natürlich absolutes Gammongo, da ein solchiges das Match entscheidet. In der  Moneygameposition muss er natürlich abwägen, Gammongewinne sind nur etwa halb so 'wichtig' für ihn, Gammonverluste aber natürlich extrem schmerzhaft im Vergleich zur Matchposition, bei der sie ihm ja egal sein können.
Was ich mich hierbei frage, ist, warum erscheinen trotz dieser enormen taktischen Unterschiede beider Positionen, die darüber hinaus noch extrem volatil sind, nahezu die gleichen Gammongewinne bzw. -verluste? Müsste beispielsweise Schwarz in der ersten Position nicht deutlich weniger Gammons gewinnen? Bin ich einfach nur zu faul, auszurollen, habe ich mal wieder zu lange am Havanna genippt oder ist an der Überlegung vielleicht was dran?  Gespannt auf Antworten.
« Letzte Änderung: 01. September 2013, 08:03:28 von Dexter »

HH-Dirk

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Re: XG++ im Visier
« Antwort #1 am: 01. September 2013, 00:07:48 »
Ich tipp mal auf nippen, schon weil ich mir nicht erklären kann, was das mit XG++ zu tun hat wenn du gar kein ++ postest  :)

Heini hat nen Euro in der Hosentasche und ist wild entschlossen, sich davon ein Eis zu kaufen. Da kommt plötzlich der stadtbekannte Schläger und macht richtig Druck: "Ich weiß, dass du nen Euro hast, her damit!". Hannes hat auch nen Euro in der Hosentasche und wird von niemandem bedroht. Der Euro interessiert ihn aber überhaupt nicht und deshalb ist es ihm auch egal, dass die Tasche ein ziemlich großes Loch hat und der Euro jederzeit durchfallen könnte - wenn jetzt jemand behaupten würde, die Wahrscheinlichkeit für beide, den Euro zu verlieren sei ungefähr gleich groß, ich würds glauben.
« Letzte Änderung: 01. September 2013, 00:12:32 von HH-Dirk »
“I can’t see any way to lose from this posi….oh my God!” (QUOTE OF THE DAY auf BGonline.org)

Dexter

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Re: XG++ im Visier
« Antwort #2 am: 01. September 2013, 08:06:04 »
...uups, danke Dirk. Hatte die Pos nur aufgebaut und dann auf++ gedrückt.
Gibt's da vielleicht noch andere Überlegungen als diese schöne Parabel?

sita

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Re: XG++ im Visier
« Antwort #3 am: 01. September 2013, 08:54:14 »
Gibt's da vielleicht noch andere Überlegungen als diese schöne Parabel?

Sagen wir so, die Unterschiede im Checker-Play zwischen GG und Money-Game sind gering. Sieht man ja auch hier, trotz stark unterschiedlichem Erwartungswert in beiden Positionen (+0,495 und -0,042) ist der beste Zug identisch. Würde man immer exakt gleich spielen, dann wären natürlich Gewinn- und Gammonwahrscheinlichkeiten identisch. Die Unterschiede kommen also von den Fällen, in denen man tatsächlich anders spielt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass weniger als 5% der Züge tatsächlich anders gespielt werden. Reines Bauchgefühl, ich kenne keine Statistik. In diesen Fällen liegen beide Züge aber auch nah beieinander. Wenn also in 5% der Züge nur ganz leichte Unterschiede zu vermerken sind - wie soll sich das groß auf die Wahrscheinlichkeiten auswirken?
The Law, in its majestic equality, forbids the rich, as well as the poor, to sleep under the bridges, to beg in the streets, and to steal bread. -- Anatole France

HH-Dirk

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Re: XG++ im Visier
« Antwort #4 am: 01. September 2013, 09:10:51 »
Ah, Analysestufe. Stimmt, ich sag auch immer Matchanalyse auf "World Class" weils da so steht, aber eigentlich ist es ja Quatsch.

Bau dir doch mal andere, extremere Positionen auf und vergleich das dann. Hängt vermutlich einfach vom Positionstyp ab, inwieweit die Werte sich angleichen wenn Gammons entweder wichtig oder irrelevant sind. Warum S in Pos. 1 viele unwichtige G´s gewinnt ist aber klar: W kann bei miesem Verlauf bis zum bitteren Ende hinten stehenbleiben mit Stein(en).
“I can’t see any way to lose from this posi….oh my God!” (QUOTE OF THE DAY auf BGonline.org)

Dexter

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Re: XG++ im Visier
« Antwort #5 am: 01. September 2013, 09:40:37 »
Zitat
Sagen wir so, die Unterschiede im Checker-Play zwischen GG und Money-Game sind gering.

Jop, aber es geht ja auch um den Vergleich GS und Money.

Zitat
Bau dir doch mal andere, extremere Positionen auf und vergleich das dann. Hängt vermutlich einfach vom Positionstyp ab, inwieweit die Werte sich angleichen wenn Gammons entweder wichtig oder irrelevant sind

Gute Idee, bin aber auf die Frage gekommen, weil in dieser 1000Cubetriologie sehr oft Matchsituationen mit Moneygame verglichen werden und dort ebenfalls keine signifikanten Unterschiede auftreten. Unter signifikant verstehe ich mindestens einen Unterschied von einem Game auf 100. Dies ist aber dort nie der Fall. Mich interessieren die Gründe, warum das so ist. Rein von der Intuition her würde ich nämlich da doch schon größere Unterschiede vermuten.

Zitat
Warum S in Pos. 1 viele unwichtige G´s gewinnt ist aber klar: W kann bei miesem Verlauf bis zum bitteren Ende hinten stehenbleiben mit Stein(en).

Das ist z.B. so ein Grund oder vielleicht sogar DER Grund, nach dem ich suchte  :-A

sita

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Re: XG++ im Visier
« Antwort #6 am: 01. September 2013, 10:53:44 »
Zitat
Sagen wir so, die Unterschiede im Checker-Play zwischen GG und Money-Game sind gering.

Jop, aber es geht ja auch um den Vergleich GS und Money.

Richtig, sorry. Aber dafür gilt das genauso.
The Law, in its majestic equality, forbids the rich, as well as the poor, to sleep under the bridges, to beg in the streets, and to steal bread. -- Anatole France